Die Pracht der Tracht
am Sonntag, 18. September 2011 – Größter Festzug der Welt

Diessen marschierte in der ersten Reihe: Beim großen Trachten- und Schützenumzug am ersten Wies'n-Sonntag hatten die Abordnungen der 27 Huosigau-Vereine die Nase buchstäblich vorn. Der Festring hatte sie mit Platz sechs in den Blickpunkt der Besucher und der Medien gerückt. Bereits im Vorfeld ist viel diskutiert worden - vor allem war es aber die Freude auf ein gelungenes und friedliches Oktoberfest, das die Huosigau-Trachtler einte.

Dass der Festring die Huosigau-Vereine ganz vorne platzierte, ehrte die Trachtler und sie waren mit ihrem Vorsitzenden Sepp Kaindl (aus Diessen) besonders stolz: "Die Wahrnehmung unseres Gaus mit der überaus reichen Vielfalt an Gewändern", lacht der Sepp, sei extra gut angekommen. "Wir haben alle Register gezogen, um unseren Facettenreichtum zu zeigen. Dies sei überaus gut angekommen, erzählen die Trachtler über den großen Zuspruch, den sie den ganzen Tag über erlebten – trotz strömendem Regen.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren hat es nämlich den Festzug vollkommen verregnet. Treue Fans und wetterfeste Touristen säumten trotzdem den Weg der rund 9.000 Trachtler, Sport- und Gebirgsschützen, Musikkapellen, historischen Trachtengruppen, Spielmanns- und Fanfarenzügen sowie bunten Fahnenschwingern, von denen sich viele mit Schirmen, Plastikschutz oder Regenkleidung vor dem stundenlangen Regen zu schützen versuchten.

Man ist es gewohnt in Bayern, dass der Wiesn-Einzug am Sonntag von Kaiserwetter und weiß-blauer Bayern-Idylle begleitet wird. Heuer war es eben "a bissla anders". Beim Aufstellen des zwei Kilometer langen Zuges (mit 9.000 Teilnehmern einer der größten Festzüge weltweit) an der Maximilianstraße war es noch trocken und der Himmel zeigte sich eher versöhnlich über der Weltstadt mit Herz, zumal er in der Region draußen wiederholt seine Schleusen geöffnet hatte. Die gingen letztlich auch auf, die Spitze des Zugs war gerade am Hotel Bayerischer Hof vorbei und als sie zum Stachus kam, ging ohne Regenschirm gar nichts mehr.

Tropfnass marschierten die Gruppen unter der Bavaria vorbei, aber in den heißen Bierzelten war man dann außen schnell wieder trocken und sorgte für reichlich Flüssigkeit von innen. Fotos: Dieter Spindler, Text: Beate Bentele
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