Weihnachten bei Schwammerls
Samstag, 17. Dezember 2016: Christkindl-Theater im Augustinum Ammersee

DIESSEN – "Ihr Kinderlein kommet" – Voller Freude tönt das Weihnachtslied, das Generationen von Kindern schon unter dem Christbaum gesungen haben, durch den Festsaal im Augustinum Ammersee. Das Lied nach einem Weihnachtsgedicht vom geistlichen Schriftsteller Christoph von Schmid 1798 verfasst, ist von zeitloser Feinheit und die Kinder lieben es. Das Lied klingt aus und schon brandet lautstarker Applaus auf, ein Riesendankeschön für ein Weihnachtsspiel, das Groß und Klein fröhlich und unbeschwert Richtung Christnacht begleitet – eben "auf Weihnachten zua".

Es ist ein guter Brauch beim Heimat- und Trachtenverein d' Ammertaler Diessen – St. Georgen, dass erst dann Weihnachten nahe ist, wenn die Trachtenjugend mit einem Spiel auf die Festtage vorbereitet. "Heuer einmal ganz anders, ohne Krippe und Jesuskind", kündigt Vereinsvorsitzender Andreas Huber ein heiteres Spiel ums Christkindl und um die Geschenke an. Und sie waren alle dabei beim Theaterspiel, bei dem sich alles um eine große Schwammerl-Familie drehte: Von den Kleinsten über die Kindergarten- und Schulkinder bis zu den jungen Erwachsenen. Der jüngste auf der Bühne war gerade mal zwei Jahre. Der älteste in der Rolle vom Schwammerl-Papa Hans war schnell als Vereinsvorsitzender erkannt.

Was wollten die Schwammerl-Kinder? Sie wollten wie alle Kinder auf der Welt, dass das Christkind ganz schnell kommt und ganz viele Geschenke mitbringt. Eh sie sich versahen, war das Christkind in der Stube und bescherte allen Schwammerl-Kindern große Hüte, damit sie beim Regen künftig auch draußen spielen können, ohne nass und krank zu werden. Als die kleinen Schwammerl den Wert ihrer Geschenke erkannten, waren sie überglücklich und sicher: "Jetzt können wir bei jedem Wetter in den Wald gehen und spielen." Nur einer – der Fliegenpilz, der immer eine kleine Extrawurst ist – maulte über seinen weißen Hut: "Ich will Farbe haben!" Flugs eilte er zum Maler Klecks und tauchte seinen Hut in tiefes Rot. Auf dem Heimweg regnet es gewaltig, zuhause angekommen bestaunten die Geschwister den Hut und Fliegenpilzchen nahm ihn vom Kopf, um vor den Geschwistern noch mehr zu kokettieren. Da sind seine Augen aber groß geworden: Die rote Farbe war wohl noch feucht, als der Regen kam und überall, wo sich ein Tröpfchen niedergelassen hatte, entstand ein weißer Tupfen. Seitdem ist bekannt, warum der Fliegenpilz weiße Flecken hat. Aber der kleine Fliegenpilz war sehr traurig über die Flecken. Da nahm in Mutter Pilz in den Arm und tröstete ihn: "Schau, die weißen Punkte schauen doch sehr hübsch aus – damit bist du jetzt einzigartig." – Grad so, wie auch jeder Mensch einzigartig ist.

Ein Riesenerfolg für die Trachtenjugend – und eine festliche Stunde endete im Augustinum mit einer Überraschungstüte für den Schauspielernachwuchs, gestiftet vom Kulturreferat im Augustin und Kulturreferentin Sabine Cichowski betonte, wie sehr man sich jedes Jahr auf die Trachtenjugend freue. Natürlich hat der Verein auch weihnachtliche Musik gemacht: Die Alphornbläser, die Flötenmadln, der Männer Viergsang und die Saitenschinder haben mit ihrem klingenden Programm adventliche Stimmung und heimelige Atmosphäre mit auf den Heimweg gegeben. Text | Fotos Beate Bentele
 
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