Laßt euch nur hörn, dem Kindlein zu Ehrn
Montag, 4. Dezember 2017: Weihnachtslieder selber singen im Kaffeegarten Vogel

Diessen – Es ist ein schöner Brauch, das Weihnachtslieder selber singen mit dem Diessener Trachtenverein: Groß und Klein kommen – manche mit leuchtenden Laternchen – aber alle mit großer Lust am vorweihnachtlichen gemeinsamen Singen nach dem Motto: "Last euch nur hörn, dem Kindlein zu Ehrn".

Seit Jahren hat die Veranstaltung, die auch vom oberbayerischen Volksmusikarchiv empfohlen wird, eine feste Heimat im Kaffeegarten vom Café Vogel. Eine geschützte Ecke mitten im Ort, wo es wärmende Feuer gibt, Glühwein und Lebkuchen. Heuer haben die Gastgeber große Schirme aufgestellt, weil der morgendliche Schneefall in Regen umgeschlagen ist.

Die Regie hat wieder der Kaindl Sepp mit seiner Ziach geführt, tatkräftig unterstützt von Andreas Huber. "Heute wollen wir alpenländische Lieder lernen, die weniger bekannt sind", wies Kaindl hin, dass es neben den gängigen Liedern, die wohl jeder kennt, eine Fülle weniger bekannten Liedguts gibt, dass in der Heimat verankert, aber nicht immer einfach zu singen ist. Dabei führte Kaindl durch die Vorweihnachtszeit und begann am Barbartag, 4. Dezember mit einem Hinweis auf die die christliche Märtyrerin, die Heilige Barbara, die im 3. Jahrhundert in Nikomedien gelebt haben soll.

Passendes Liedgut zu den kommenden Tagen wie „Jetzt is halt mehr die Klöpfelzeit“ ist miteinander gesungen worden oder etwas Bekannteres wie „Macht hoch die Tür“ und „Es wird scho glei dumpa“. Viel Freude bereitete das „Kloans ABC“, ein Krippenlied für die Kleinen. Gemacht haben soll es der erste Schulmeister von Raming im Ennstal | Obersteiermark. Als Holzknecht und hatte er ein Bein verloren. Da vertauschte er kurzerhand sein schweres Beil mit dem dünnen Rohrstaberl und unterrichtete die Kinder nach seiner Art im Rechnen, Schreiben und Lesen. Die meisten Lieder stammen vom Singtag mit dem Kiem Pauli (1882-1960) im Dezember 1951, Titel des Liederbuches „Alpenländische Weihnachtslieder“, herausgegeben vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Bevor der dampfende Kinderpunsch eingeschenkt wurde, rief Sepp Kaindl zum heiteren Wunschkonzert auf. Text | Fotos: Beate Bentele
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