Schönauer Krippenspiel
Am 21. Dezember 2013: Weihnachtsspiel im Augustinum und Feier im Unterbräu

Magdalena (3) krabbelt bei der Anbetung der Hirten auf den Strohballen herum. Josef und Veronika (beide 4) strahlen ins Publikum und Mia (2) eilt noch die geschwind auf die Bühne, bevor sich der Vorhang über das Weihnachtsspiel senkt. Sie gehören zu den Diessener Trachtenzwergen und haben sich beim großen Schönauer Krippenspiel im vollbesetzten Festsaal des Augustinum Ammersee mit ihren spontanen Aktionen in die Herzen des Publikums gespielt. „So soll es sein“, freut sich der Vorsitzende des Trachtenvereins, Andreas Huber, der im Vorfeld ein Weihnachtsspiel ankündigte, „so wie es wirklich einmal gewesen sein könnte“.

36 Mitwirkende auf der Bühne und ein Teil des Heimat- und Trachtenvereins d’ Ammertaler Diessen - St. Georgen hinter der Bühne. Fast zwei Stunden dauerte das diesjährige Krippenspiel, mit dem die Trachtler – wie in jedem Jahr „auf Weihnachten zua“ - ihr Publikum auf die Heilige Nacht einstimmten. Heuer, so schwärmen die Theaterbesucher, sei es besonders eindrucksvoll gewesen. Entsprechend begeistert fiel der Applaus aus, der nicht enden wollte.

Ist es meistens die Trachtenjugend, die spielt, holten sich die Kinder und Jugendlichen in diesem Jahr auch die Erwachsenen auf die Bühne. Die Jugendleiterinnen Nadja Golder und Melanie Huber hatten sich für großes Weihnachtstheater entschieden, „das uns ganz schön herausgefordert hat“, lachen die Beiden hinterher. Vorher war es tatsächlich „Knochenarbeit, drei Generationen unter einen Hut zu bringen.“ Manche Sprechrollen waren ganz schön lang, die Lieder zum Teil auch – „und erst die Kostüme und Requisiten“, lacht Nadja Golder. Alles miteinander hätte die vorweihnachtliche Freizeit ganz schön in Anspruch genommen. „Aber alle waren voller Begeisterung dabei“, fügt Melli Huber an, „sonst hätten wir das zweistündige Spiel nicht stemmen können.“

Dass die Vorarbeit der Regisseurinnen enorm war, beweist das Spiel, das der ehemalige Schönauer Schullehrer Wolfgang Koller verfasst und 1946, angepasst an die Nachkriegszeit, uraufgeführt hatte. Das Schönauer Krippenspiel in Diessen wurde vom Duo Golder und Huber in die verschneite oberbayerische Landschaft gestellt und spielte zwischen Diessen, Riederau, Dettenschwang und Bethlehem. Das besondere, das auch der Autor seinerzeit festgeschrieben hat: Es wird in der Mundart der Darsteller gespielt – von der Verkündigung über die Geburt bis zum Jubel der Engelscharen und Hirten, die das Christuskind begrüßten.

Anschließend ging’s vom Theatersaal im Augustinum in den Wirtshaussaal im Unterbräu. Dass die kleinen Strolche nach ihrem großen Auftritt noch recht ausgelassen Weihnachten feierten, war klar. Besonders freuten sie sich über ihre Geschenke, die die Jugendleiterinnen als Anerkennung fürs eifrige Mitmachen und als Weihnachtsfreude verteilten. Und dann mussten sie auch noch an den Stammtisch in der Wirtsstuben, den sie für sich vereinnahmten und zur Freude der Gäste das „Jubilate“ aus dem Weihnachtsspiel zum Besten gaben. (Siehe Foto) Text/Fotos: Beate Bentele
 
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