Weihnachtsbotschaft auf der Bühne
am Samstag, 17. Dezember: Trachtenkinder spielen Theater – Feier im Drei Rosen

DIESSEN – In dem vorweihnachtlichen Einkaufsrausch vor dem größten Kaufhaus in Diessen haben junge Reporter nach dem Sinn der Heiligen Nacht und der Weihnachtsbotschaft geforscht. Ihr Ergebnis: Der politische Flüchtling hat in dem ganzen Luxus nichts zu essen, der Arbeitslose besitzt weniger als Nichts und die Geschäftsleute können vor lauter Gier den Kragen nicht voll kriegen. Da wird es den jungen Journalisten ganz flau im Magen, und sogar die Engel in der Wolkenwerkstatt weinen … Aber Diessens Trachtenjugend fängt den Weihnachtsgedanken im ausgebuchten Stiftstheater des Augustinum Ammersee ein, und als am Ende alle miteinander – die Kinder auf der Bühne und das Publikum  im Saal - „Stille Nacht“ singen, kehrt langsam der Weihnachtsfrieden ein.

Diessens Trachtenzwerge strahlen und die Trachtenjugend ist höchst zufrieden: Sie haben auch heuer wieder ein Weihnachtstheater inszeniert, mit vielen Höhepunkten: Einmal waren rund 30 Kinder ständig auf oder hinter der Bühne aktiv. Schon die Kleinsten, gerade mal drei Jahre jung, durften mitmachen und auch was sagen, selbst wenn sie nur ins Mikrofon „pst“ hineinhauchten. Das Bühnenbild war großartig dank der Schreinerarbeit von Albert Hinterbichler, und die Lieder des Theaters gingen schnell ins Ohr. Für die Jugendleiterinnen Nadja Golder und Melanie Huber war das Weihnachtsspiel ein voller Erfolg. Nur eine Woche vor dem Theaterabend war die Situation noch ganz schön trostlos. Die Musik funktionierte nicht und anstatt der Texte gähnten buchstäblich Löcher in den Köpfen. Aber mit dem Endspurt „auf Weihnachten zua“, da ging es Schlag auf Schlag und als auf der großen Bühne im Augustinum Generalprobe angekündigt war, lief das Theater bereits wie am Schnürchen.

Die Weihnachtsbotschaft für mehr Mitmenschlichkeit und gegenseitiges Verständnis, für weniger Jagd nach Konsum, verbunden mit einem Appell auf Verzicht, kam voll rüber und das begeisterte Publikum bedankte sich mit gewaltigem Beifall. Und auf der Bühne gab es nur strahlende Kindergesichter, die einmal mehr erleben durften, wie schön es ist, die Weihnachtsbotschaft, verpackt in ein Spiel, zu verbreiten. Was beim Publikum auch gut ankam, waren die weihnachtlichen Weisen der Saitenschinder, die in ihrer neuen Besetzung mit Geige aufgetreten sind, die alpenländischen Klangwelten von den fünf Alphornbläsern des Trachtenvereins sowie die Querflöten-Stücke von Veronika Demmel und Regina Hinterbichler, die als „die Flötenmadln“ erfolgreich sind. Stolz waren die Trachtenkinder, als sie am Ende mit Instrumenten aus dem Orff’schen Schulwerk ihre Lieder begleiteten. Text/Fotos: Beate Bentele

Unsere Bilder zeigen Szenen aus dem Weihnachtsspiel „Oh, du schöne Weihnachtsfreude“, mit dem die Trachtenzwerge und die Trachtenjugend im voll besetzten Stiftstheater des Augustinum Ammersee ihr begeistertes Publikum auf die Weihnachtstage einstimmten
Nach dem Spiel feierten die Trachtler im Drei Rosen-Saal ihren festlichen Jahresausklang. Die Trachtenkinder freuten sich über das Dankeschön ihrer Jugendleiter, die als Weihnachtsgeschenk einen Gutschein für einen Besuch im Zoo mitbrachten und zum gleich essen eine Menge Kinderschokolade, Die Jugendlichen setzten sich mit ihren Tutoren zusammen und redeten über die Zukunft. Vorsitzender Andreas Huber überreichte noch ein Geschenk für Leni Kaindl, die sich vor allem über die Urkunde für 40-jährige Mitgliedschaft freute und auch über die Würdigung als jahrzehntelanges Mitglied bei der Stubnmusi, als Vortänzerin und als Trachtenwartin. In der letztgenannten Funktion lernt sie vielen Trachtlerinnen das Nähen von gutem Gewand und kleidet Jahr für Jahr unzählige Trachtenkinder neu ein. Text/Fotos: Beate Bentele

Die Saitenschinder mit ihren alpenländischen Liedern und barocken Musikstücken von links: Waltraud Elsässer, Andreas Huber, Michaela Hofmann, Manfred Helmer, Christl Grenner und Magnus Kaindl (Foto 18)
Die Alphornbläser verzauberten mit ihren archaischen Klangwelten (Fotos 21 bis 23)

Unter den Zuschauern Liselotte Orff in Begleitung von Dr. Regina Pauls, Professorin an der Universität Mozarteum Salzburg und Vorstandsmitglied der Carl Orff Stiftung (Foto 19), Florian Vief und Andreas Huber ehren Leni Kaindl, die sich seit 40 Jahren aktiv ins Trachtengeschehen einbringt.
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