Regensburg? Gell, do schaugts!
Am Wochenende 15./16. September 2012 Vereinsausflug an die Donau

Wo einst die Legionen der Römer lagerten und mächtige Bollwerke hinterlassen haben, erforschten die Trachtler Land und Leute, genossen Historie und Moderne: Regensburg, das weltberühmte Kulturerbe an der Donau gilt als "schönste Stadt in Deutschland". Die Stadt zeigte sich beim Vereinsflug in der warmen Herbstsonne von ihrer Schokoladenseite. Monika Böck, Römer-Expertin vom Bayerischen Landesamt für Landespflege und Mitglied im Verein berichtete, wie die Römer 179 nach Christus ihr Legionslager Castra Regina gebaut haben und begleitete mit informativen Schilderungen von der Porta praetoria durch die jahrtausende alten Zeugen einer großen Vergangenheit.

Wie Regenburg im sechsten Jahrhundert die erste Hauptstadt von Bayern war, erfuhr die Reisegruppe von einer quicklebendigen und lustigen Stadtführerin, die ihre Heimatstadt mit Leidenschaft vorstellte. Dass die Steinerne Brücke von 1135 bis 1146 gebaut wurde, Regensburg ab 1245 Freie Reichstadt war und dass um 1260 der mächtige Dom gebaut wurde, waren Themen, die den Ammerseern die Donaustadt schnell nahe brachten. Von 1663 bis 1806 tage der immerwährende Reichstag in Regenburg, wo 1806 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst wurde. 2006 wurde Regensburg UNESCO-Welterbe und im gleichen Jahr besuchte auch Papst Benedikt XVI. die Stadt

Von der reichen Kultur hinterließen auch die Regensburger Domspatzen beim sonntäglichen Gottesdienst nachhaltigen Eindruck. Natürlich besuchte man auch "d' Fürschtin Gloria" aus dem Fürstenhaus von Thurn und Taxis, sie war nicht daheim auf Schloss St. Emmeram, in dessen Nachbarschaft die Gruppe wohnte – dafür ließ man sich's im Fürstlichen Brauhaus gut gehen bei bairischer Kost und dem Austausch mit dem Trachtenverein Regensburg Stamm. Bei Musik und Tanz lernte man sich kennen und verbrachte im gemütlichen Brauhaus vergnügliche Stunden miteinander.

Geschmeckt hat's am Sonntag allen in der legendären Wurschtkuchl, die auch noch direkt an der städtischen Dampferanlage beheimatet ist. So ging es mit wenigen Schritten auf den Donau-Dampfer, der Richtung Donaustauf zur Walhalla dampfte. Der steile Aufstieg brachte alle zum Schwitzen, bevor man im Tempelbau der Walhalla auf die geistige Elite des Landes traf. Die berühmte Gedenkstätte ließ der bayerische König Ludwig I. bauen, hier werden seit 1842 die bedeutenden deutschen Persönlichkeiten mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt.

Übrigens darf der Kuchlbauer nicht vergessen werden. Die einzigartige Bierwelt mit dem berühmten Hundertwasser-Turm in Abensberg entführte in eine Bierwelt, die wohl einzigartig sein dürfte. Hier verbinden sich Brautradition, Kunst und Gastlichkeit in einer der ältesten Brauereien der Welt. Ein geführter Rundgang zeigte, dass Dekoration und Baugestaltung durchweg die Handschrift trägt, die der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) geprägt hat.

Ein bekannte gastliche Stätte unterbrach schließlich noch die Heimfahrt: Beim Gasthof - Hotel Eisvogel in Bad Gögging an der Abens verführten Torten und mehr. Viel zu schnell, aber mit nachhaltigen und großartigen Eindrücken über ein Stückchen Bayern, das man nicht jeden Tag besucht, kamen die Trachtler in Diessen an. Text/Fotos: Beate Bentele
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