Sternwallfahrt nach Andechs
am Sonntag, 11. September 2011 – 500 Trachtler pilgern auf den Heiligen Berg

Sie sind aus den vier Himmelsrichtungen zum Heiligen Berg gepilgert und wie durch ein Wunder gleichzeitig eingetroffen: Die große Sternwallfahrt aller 27 Trachtenvereine im Huosigau brachte 500 Wallfahrer nach Andechs. Hochsommerliche Temperaturen, ein strahlend blauer Himmel und die voralpenländische Natur haben sich in ihrer ganzen Schönheit vereint und mit den heimatlichen Gewändern zu einer einzigartigen Darstellung des bairischen Heimatgefühls verbunden. Sepp Kaindl, Vorsitzender der Heimat- und Trachtenvereinigung Huosigau, der zwischen den mit Herbstblumen geschmückten Kreuzen der Bittgänger die mehrere Kilo schwere Huosigau-Kerze zur Wallfahrtskirche hinauftrug, ist glücklich: "Heute beenden wir voller Dankbarkeit ein gelungenes Jubiläumsjahr." Es war die erste große Sternwallfahrt in der 100-jährigen Geschichte des Huosigaus.

Die Andechser Wallfahrtskirche nahm die Trachtler in ihren festlichen Gewändern mit barocker Pracht auf, als wäre es immer so. 27 Fahnenabordnungen flankierten den Hochaltar und Dr. Johannes Eckert, Abt von St. Bonifaz München und Andechs, zitierte aus dem Leitbild der Huosigau-Vereine: "Altes erhalten und damit die Gegenwart und Zukunft gestalten", qualifizierte er als ein ausgesucht gutes Motto mit Blick auf 100 Jahre Gaugeschichte und die große Trachtentradition in der Region. Nach der Festpredigt zogen die 27 Vereine mit ihren Fahnenabordnung zum Florianstadl, wo die 500 Leut' binnen kürzester Zeit hervorragend verpflegt worden sind.

Die Mitglieder des Diessener Trachtenvereins gehörten zu den wenigen Vereinen, die den Heimweg wieder zu Fuß durchs Kiental angetreten haben. Allerdings marschierten sie nicht auf dem gut ausgebauten Wanderweg, den sie in der Morgensonne zusammen mit den Trachtenfreunden aus Utting, Schondorf, Breitbrunn, Germering und Steinebach genommen haben, sondern auf dem alten, steilen und von Baumwurzeln durchzogenen, romantischen Abstieg. In Herrsching gab's noch ein paar Fototermine, weil angesichts spätsommerlicher Hitze die Seeanlagen den Touristen gehörten. Die zückten angesichts der feinen Diessener Festtracht unentwegt ihre Kameras. Zurück ging's mit dem Raddampfer "Herrsching". Aber vor ihre endgültige Heimkehr setzten die Trachtler noch eine gemütliche Einkehr beim Unterbräu. Text/Fotos: Beate Bentele
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