Nachwuchsredakteure am Start
Vom 31. Januar bis 2. Februar 2014: Große Begeisterung fürs Zeitungmachen

"Ich möchte die Angst vor dem Schreiben verlieren". "Und mich interessiert am meisten, wie ich einen Artikel aufbaue." "Ich möchte wissen, wie Zeitung machen funktioniert." – 12 Nachwuchsjournalisten haben sich zum dreitägigen Presse-Seminar im Trachtenheim am Vogelherd eingefunden. Die Anforderungen und Erwartungen an eine Presse-Schulung waren überaus unterschiedlich – und zeigten schon am Ende des ersten Abends deutliche Ergebnisse: Einmal waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach intensiver Basisschulung in der Lage, eine perfekte Terminmeldung in den Computer zu schreiben. Zeitfenster: Nur zehn Minuten. Druckreif und perfekt. Ihre erste Lernerfahrung versetzte sie in die Lage, aus den großen Tageszeitungen jene Nachrichten herauszufiltern, die deutliche Nachlässigkeiten aufgewiesen haben – aber auch jene zu erkennen, die vorbildlich verfasst waren. Freut sich Andreas Huber, Vorsitzende des Trachtenvereins: "Auf einmal lese ich die Zeitung mit ganz anderen Augen."

Die zwei folgenden Tage waren reich an Neuem und führten zu regelrechten Schreib-Exzessen. Sie lernten, wie man einen Nachbericht über eine Veranstaltung verfasst, warum der Vorspann wichtig ist, und das Titeln, also Schlagzeilen verfassen, noch wichtiger. Es begann ein richtiger Wettkampf, wer die besseren Titel hinkriegt. Großartig auch die Erfahrung mit dem Pressefoto. Nach der praktischen Einführung filterten sie mit sicherem Händchen bei Ausgaben der Süddeutschen Zeitung, des Münchner Merkurs, der Augsburger Allgemeinen Zeitung, der WELT und der ZEIT die auffällig Pressefotos heraus und stellen sie denen gegenüber, die man besser nicht veröffentlicht hätte.

Nach den rasanten Fortschritten im Verständnis und im Umgang mit dem Pressewesen, wagte sich Kursleiterin Beate Bentele an die Königsklasse im Journalismus: Die Reportage. Nach Vorbereitung und der Begegnung mit dem stets aktuellen Meister der Reportage Egon Erwin Kisch (1885 – 1948, er gilt als einer der bedeutendsten Reporter in der Geschichte des Journalismus) – machte sich die ambitionierte Truppe zu Fuß auf den Weg nach Diessen. Ziel eins: Gute Motive für Pressefotos zu erkennen und natürlich auch aufzunehmen. Ziel zwei: Termin bei Kunstschmied Walter Spensberger, um eine Reportage über sein Projekt „afrikanischer Schellenbaum“ zu schreiben. Die Ergebnisse am Ende des Seminars waren sensationelle Reportagen, die dem Leser ein facettenreiches Bild der alten Schmiedewerkstatt vermitteln. Ihn mitnehmen in das Reich von Schmiedefeuer, Hammerschlägen und Ruß, in die Welt der handgeschmiedeten Kunstwerke und des schweren, harten Werkstoffs, der unter dem heißen Feuer weich und formbar wird. Große Klasse – alle Nachwuchsreporter dürfen stolz sein auf ihre Arbeiten! Text/Fotos: Beate Bentele
 
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