Marienmünster feiert Patrozinium
Samstag, 15. August 2015: Feierliches Hochamt mit Kräuterweihe

DIESSEN – Mariä Himmelfahrt ist ein besonderer Feiertag in Diessen: Am 15. August feiert das Wahrzeichen der Marktgemeinde, das barocke Marienmünster, Patrozinium. Heuer haben besonders viele Menschen das Hochfest der Marienverehrung samt Kräuterweiher miterlebt und sich verzaubern lassen von der Spatzenmesse von Wolfgang Amadeus Mozart, die im Salzburger Dom vermutlich 1776 uraufgeführt wurde – 37 Jahre, nachdem in Diessen das heutige Marienmünster eröffnete, und der Festprediger unter den barocken Deckenfresken jubelte: "Ich seh' einen neuen Himmel offen."

Unter diesem berühmten und weithin bekannten "Diessener Himmel" erklang zum Patrozinium Mozarts kirchenmusikalisches Meisterwerk, das Kirchenmusiker Johannes Buxbaum an der Königsorgel mit dem Münsterchor, dem Orchester und vier Solisten großartig in Szene gesetzt hat. Die Spatzenmesse begleitete das feierliche Hochamt, bei dem Pfarrer Hans Schneider den Lebensweg Mariens in den Blickpunkt rückte: "Maria hat ein Ziel erreicht, zu dem wir alle noch unterwegs sind." Er betonte die Aufnahme Mariens in den Himmel und fuhr fort, dass dieses Fest nicht so einfach zu feiern sei, obwohl es auf dem Altarbild so schön dargestellt ist.

"In unserem Leben ist der Himmel oft weit weg", sagte der Pfarrer, "weil wir mit dem Irdischen voll und ganz beschäftigt sind." Dennoch sei uns der Himmel nahe, was Redewendungen wie "ich fühle mich wie im siebten Himmel", oder "das ist ja wirklich himmlisch" andeuten. Dies sei auch der Beweis, dass der Himmel in unseren Alltag hinein gehöre. Mariä Himmelfahrt wolle uns auch signalisieren, dass Gott am Werk ist, nicht die Menschen.

Pfarrer Schneider schloss auch den Heimat- und Trachtenverein d' Ammertaler Diessen – St. Georgen in den Gottesdienst ein. Ohne die Trachtler, hielt er fest, verlöre das Patrozinium seinen Glanz. Sie gestalten den Blumenschmuck für das Fest: Die Kräuterbuschen im Altarraum, und die Gebinde für die barocken Marienfiguren, die den Einzug der Vereine in das Barockjuwel besonders eindrucksvoll und festlich gestalten.

Die Trachtenkinder führten den Kirchenzug mit ihren Kräuterbuschen an und legten die farbenfrohen Gebinde vor dem Altar nieder, damit sie Pfarrer Schneider im Anschluss an das feierliche Hochamt segnen konnte. Der Brauch der Krä;uterweihe ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Die Kräuterweihe zählt zu den Sakramentalien. Text: Beate Bentele | Fotos: Beate Bentele und Raimund Fellner
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