Niklaus ist ein guter Mann …
am Montag, 5. Dezember 2011 steht auch der Krampus vor der Tür

Sie haben alle rote Bäckchen und sind ganz schön artig. Manche sitzen auf ihrem Platz und rühren sich nicht. Selbst die lebhaftesten unter den Trachtenzwergen sind erstaunlich sanft und singen brav alle Nikolauslieder mit, die sie in der letzten Zeit gelernt haben. Es ist Nikolausabend im Trachtenheim am Vogelherd. Kinderpunsch, Nikolausäpfelchen, Lebzelten und Nüsse liegen reichlich auf dem Tisch. "Wo er nur bleibt?" – man sieht es buchstäblich, was die kleinsten der Trachtler denken. Auf einmal steht er unter der Tür. Bischof Nikolaus. Gütig sieht er aus mit seinem silbergrauen Lockenbart, mit der hohen Mitra, der Bischofsmütze und dem roten Samtmantel. Hinter ihm ein wilder Geselle mit Ketten und Rute. Er schleppt einen großen Sack, der sieht ganz schön voll aus.

Der fromme Mann macht die Runde im Trachtenheim. Zuerst begrüßt er die Kleinsten, die am Boden krabbeln, weil sie gerade mal ein paar Monate alt sind und noch nicht laufen können. Dann schüttelt er mit seinen feinen weißen Handschuhen die Kinderhände und bittet Anna Schranner, seinen Bischofsstab zu halten, während er mit den Kindern spricht. In seinem Goldenen Buch scheinen wirklich alle großen und kleinen Dinge des Lebens zu stehen. Der Nikolaus weiß ganz genau, was alles geschehen ist, seit seinem letzten Besuch. Er lobt, dass die Kinder fleißig getanzt und gesungen haben das Jahr über, beim Preisplatteln immer in den vorderen Reihen waren und die Preise nach Diessen geholt haben. Er dankt allen, die beim Töpfermarkt und beim Kirta bereits kräftig mitgeholfen haben und lässt sich erzählen, welches Weihnachtstheater heuer gespielt wird.

Mit seinem Wunsch, die Trachtenjugend möge auch im kommenden Jahr wieder fleißig mitmachen im Verein, verabschiedet er sich. Aber vorher schleppt der Krampus noch den großen Sack herbei mit vielen, vielen kleinen Säckchen drin – voller süßer Überraschungen. Wen wundert's, dass das Abschiedslied für den Nikolaus laut und lustig gesungen wird … Text/Fotos: Beate Bentele
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