Bayern, Böhmen, Mähren feiern
Freitag, 26. bis Sonntag, 28. Juni 2015: Vereinsausflug nach Lomnice nad Luznici

DIESSEN – Lomnice nad Luznici – Über der Diessener Partnergemeinde Lomnice nad Luznici in der Region Trebon wehten drei Tage lang die Bayerische Flagge und die Deutschlandfahne: Zum Fest am Goldenen Fluss haben sich die Diessener Trachtler auch heuer wieder auf den Weg nach Südböhmen gemacht und mit den Freunden vom Folklore Ensemble Javor gefeiert, sowie beim Treffen der Trachten- und Folkloregruppen aus Böhmen und Mähren neue Bekanntschaften gemacht. Parallel dazu trafen sich die politischen Entscheidungsträger und Vertreter von Vereinen, um die Partnerschaft zwischen Diessen und Lomnice erneut zu festigen. (Siehe eigener Bericht unter "Termine".)

Die Partnerschaft mit dem südböhmischen Ort ist gut 20 Jahre alt – Grund und Anlass für das Ensemble Javor mit seiner noch sehr jungen Kindertruppe Javoracek die Freunde aus Diessen zum Fest am Goldenen Fluss einzuladen. Es ist ein Kirchweihfest mit Jahrmarkt, das in jedem Juni auf der Pfarrwiese in Lomnice stattfindet. Bürgermeister Karel Zvánovec äußerte bei der Eröffnung den Wunsch, es möge auch in Zukunft der Anlass sein, Trachten- und Folkloregruppen aus der Region und den Nachbarländern zusammenzuführen.

Das Fest hielt alle Beteiligten drei Tage lang auf Trab. Es startete mit einem Spiele-Parcours der Völker: Böhmen, Mähren, Bayern hatten größten Spaß bei einem Wettspiele-Marathon, den die Diessener für sich entschieden und als Preis einen böhmischen Kuchen mit Mohn und Zwetschen gewonnen haben. So wurde am Vormittag schon deutlich, wie herzerfrischend sich Spielen, Singen und Tanzen auswirken – vor allem auch wenn von den Babys bis zu den Großeltern alle miteinander unterwegs sind. Das ist bei den Diessnern schon auf der fast siebenstündigen Busfahrt klar geworden: Die Youngsters vom Trachtenverein, gerade mal neun Monate alt, aber auch die Drei- und Vierjährigen waren voll dabei und hatten ihren Spaß, weil "viele Mütter und Väter" den Nachwuchs verwöhnten.

Dem Umzug aller Trachtengruppen durch Lomnice schloss sich ein buntes Programm an, bei dem die Trachtengruppen regionale Tänze zeigten – und die originale Musik spielte dazu. Vom Zymbal bis zum Dudelsack ertönte die gesamte Bandbreite der osteuropäischen Klangwelten. Bis in die Nacht hinein spielten Geiger auf und es erklangen Lieder aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Als der Mond über der großen Freiluft-Arena auf der Pfarrwiese aufging, wurde es international. Eine Lomnicer Band sorgte für Disco-Sound bis in die Morgenstunden. Alle tanzten – keiner regte sich auf, weil es laut war im Ort. Grandiose Stimmung und wieder einmal stellten die Diessener fest: "Die Böhmen können feiern."

Bis auf den letzten Stehplatz war am Sonntagmorgen die Kirche St. Wenzel besetzt. Die gotische Kirche aus dem Jahr 1359 gründete dereinst der höchste Kanzler des Tschechischen Königsreiches, Wilhelm der Jüngere von Landstein. Nach dem historischen Ort ging es direkt ins "Eden", einer typischen böhmischen Wirtschaft, wo die Gäste vom Ammersee noch kräftig mit böhmische Knödel und süßem Kraut gestärkt worden sind. Es gab Gastgeschenke, unter anderem eine Bildertafel, die an 20 Jahre Freundschaft erinnerte. Damit auch keiner hungrig in Diessen ankommen möge, packten die Lomnicer Freunde Kistenweise Buchteln mit Quark oder Mohn in den Steinherr Reisebus. Natürlich auch noch die beliebte Knabberei, die schon bei der Anreise heiß ersehnt wurde: Krautplatzl mit Speck. Text | Fotos: Beate Bentele.
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