Kleine Konditoren ganz groß
am Samstag, 19. Februar 2011

Der Dino ist so schön, dass man gar nicht hinein beißen will. Das Marzipan-Schwein grinst verschmitzt als will es sagen: "Mich isst Du nicht auf!" Aber die Faschingskrapfen, die lachen so frech, als freuten sie sich, endlich voller Genuss verzehrt zu werden. – Es ist ein aufregender Nachmittag: Die Kinder und Jugendlichen vom Diessener Trachtenverein verwandeln sich in kleiner Zuckerbäcker. In der Backstube des Café Vogel an der Johannisstraße in Diessen dürfen sie backen. Teig kneten (heimlich natürlich auch naschen), Marzipan formen, mit Liebesperlen und Puderzucker hantieren …

Zuerst werden die Hände gewaschen. Konditormeister Reinhard Golder erklärt der Rasselbande, wie es in einer Backstube zugeht, was man darf und was nicht. Geselle Daniel Linder schaut auch genau hin, dass die "Neulinge" alles richtig machen. Zuerst wird der Quarkmürbteig ausgerollt, dann ein ganz schön großer Dinosaurier ausgestochen. Der Dino wird mit Rosinen und Mandeln verziert, damit er richtig cool ausschaut. Spannend wird es als die Faschingskrapfen an der Reihe sind. Das Fettbackgerät, in dem die Krapfen ihre braune Farbe bekommen, finden die Trachtenzwerge besonders interessant, weil es ganz schön groß ist und gleich 30 Krapfen auf einmal bei 180 Grad gebacken werden können. Als die Krapfen aus dem heißen Fett rauskommen und abkühlen, wird feine Marmelade reingespritzt. Manche pudern ihren Krapfen, manche mögen lieber eine feine Glasur, in die sie Smarties oder Herzchenkonfettis reindrücken. Auch Schokostreusel kommen gut an.

Zum Schluss wird modelliert, mit feinstem Marzipan. Oh Wunder, wie schnell sich doch so ein Stück Marzipan in ein Kanonen-Schwein verwandelt. Und letztlich ist dem Ideenreichtum keine Grenze gesetzt. Dank Airbrush und Lebensmittelfarbe gleicht kein Schwein dem anderen. Manche sind shocking-pink, andere zartrosa. Jutta und Reinhard Golder und Daniel Lindner haben wohl selten so einen lebhaften Nachmittag in ihrer Backstube erlebt – und zum Schluss geht's natürlich noch ins Kaffeehaus – grad so, wie es die Großen auch lieben. Volle Bäuche und glückliche Kinder, "das war ein tolles Weihnachtsgeschenk", sind alle sicher, denn unter den Christbaum haben die Jugendleiterinnen Nadja und Christl zu Weihnachten im Dezember 2010 nichts gelegt, aber sie begeisterten die Kinder mit einer ungewöhnlichen Ankündigung: "Unser Weihnachtsgeschenk ist ein Backnachmittag im Café Vogel!" Eine großartiges Geschenk, das die Trachtenjugend nicht so schnell vergisst. Fotos: Nadja Golder
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