Zwei Hektoliter Fassbier – Bergeweise Kirta-Nudeln
Sonntag, 15. Oktober 2017: Diessener Kirta am Vogelherd – und die Musi spielt dazu

Diessen – Wildes Schneeflockentreiben hat die erste Diessener Stadel-Kirta im Oktober 1991 in eine Winterwelt verwandelt. Heuer lockten spätsommerliche Topwerte zwischen 20 und 24 Grad und ein azurblauer, wolkenloser Himmel die Besucher aus Nah und Fern zur Diessener Kirta an den Vogelherd. Der Blick über den Ammersee war sensationell, die Kirta-Nudeln der Hit und die Kirta-Hutschn ein seltener, aber wilder Kick.

In 26 Jahren haben die Mitglieder vom Heimat- und Trachenverein d' Ammertaler Diessen-St. Georgen viele Wetterlagen und unterschiedliche Kirchweih-Sonntage erlebt – aber 2017 geht in die Vereinsgeschichte als ein grandioses Fest ein: "Lauter strahlende Besucher und glückliche Kinder, die den Spätsommer genossen haben," freut sich Vorsitzender Magnus Kaindl und sein Stellvertreter, Jürgen Zirch ist sicher: "So viele Gäst' waren es noch nie." Die Messlatte des bekannten Wiesn-Schankkellners waren die Holzfässer: "Zwei Hektoliter helles Augustiner! So viel haben wir noch nie gezapft."

Die Diessener Trachtler haben es einmal mehr geschafft, heimisches Brauchtum in die Gegenwart zu übertragen. Zugleich war der Kirchweihsonntag ein Familientag, ein Tag für junge Familien, von den Großeltern bis zu den Ur-Enkeln. Und für alle Generationen haben die Trachtler eine Gaudi angeboten: Beim Heuballen-Hupfen fühlten sich die Kleinsten wohl im Einklang mit der Natur. Die Mutigen haben nicht genug gekriegt vom Hutschn, jener Balkenschaukel, die nur zur Kirchweih installiert wird. Die Hutscher – heuer Wolfgang Huber mit Martin und Stefan Hinterbichler – haben als Anschieber die Schaukel bis unters Stadeldach hinauf gehutscht. So lange, bis das Juchzen und Jauchzen in Tonlagen umschlug, die signalisierten, dass es genug ist.

Der Musikverein Diessen spielte auf. Riesenapplaus heimsten die Trachtenkinder ein, die mit ihren Tanzeinlagen, ihren schönen Gewändern und Flechtfrisuren immer im Blickpunkt standen, während im Hintergrund der Küchenapparat auf Hochtouren lief: Laufend frische Kirta-Nudeln – "sie schmecken uns am besten, wenn sie heiß aus dem Fett kommen", jubelten die Kirta-Feinschmecker. Und hinterher Schmalzbrot, Geräuchertes, Leberwurst, Wurstsalat, Würschtl mit Kraut ... und ganz viel Lob für den Service: "Ihr seid 's einfach guat drauf!" Text | Fotos: Beate Bentele
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