Feiern mit dr schee Marie
Sonntag, 18. Oktober 2015 Kirta am Vogelherd

DIESSEN – Kirchweih in Bayern hat viele Namen. Sagen die Franken Kärwa, heißt es bei den Oberpfälzern Kirwa, in Unterfranken ist es die Kerm und bei uns in Diessen und Umgebung ist es der Kirta, der Kirchtag. Der dritte Sonntag im Oktober wird in Diessen immer mit dem Trachtenverein gefeiert. Waren es im vergangenen Jahr viele hundert Besucher, die sich rund ums Trachtenheim drängten zur Blasmusik und Kiachla, hat heuer der Regen dem munteren Treiben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dennoch: Wer zum Vogelherd hinauf marschierte mit Regenjacke oder unterm Schirm, hat einen feucht-fröhlichen und genussreichen Sonntag erlebt.

Schon von weitem lockte die die Blasmusik. Der Musikverein Dießen hat sich im beheizten Zelt neben dem Trachtenheim gemütlich eingerichtet und den ganzen Nachmittag über mit schmissiger Volksmusik, mit traditionellen Arrangements und mit beliebten Liedern die Kirta-Gesellschaft vorzüglich unterhalten.

Neu war heuer ein zusätzliches "Bierzelt", in dem Jürgen Zirch süffiges Augustiner vom Holzfass zapfte. Das soll Tradition werden, meinten die Bierliebhaber, die mehr auf Gerstensaft als auf Wein stehen, der übrigens auch sehr gefragt war. Zur Kaffeezeit stand das hausgemachte Kuchenbüffet hoch im Kurs, gegen Abend hatte die deftigen Brotzeitteller Hochkonjunktur, hingegen die Kirta-Kiachla von Anfang bis Ende gefragt waren.

Weil beim herbstlichen Regen die Spiele im Freien auch ins Wasser gefallen sind, war d' Hutschn ständig im Betrieb. Dass die Diessener Trachtenkinder auch feiern können, wenn mal kein Heuballen-Hupfen möglich ist oder Tanz im Freien – haben sie voller Lebensfreude einmal mehr bewiesen. Auf kleinstem Raum zeigten sie, wie lustig das Bairisch Tanzen ist. Sie forderten auf zum Mitmachen und freuten sich nicht nur über den Applaus, sondern auch über ihre Schulfreunde, die zur "Münchner Polka" oder zu "dr schee Marie" ein Tänzchen wagten. Text | Fotos: Beate Bentele
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