Nichts ist besser als Hutsch’n
Kirta-Freude auch im Bayerischen Fernsehen – Danke an Rudolf Gilk

DIESSEN – Einer zapfig kalten Nacht folgte ein herzerfrischender sonniger Herbsttag, der - nachdem er die Nebelschwaden über dem See vertrieben hat – mit Sonne pur punktete. So ein Wetter wünscht sich der Heimat- und Trachtenverein d' Ammertaler Diessen- St. Georgen zum Kirta. Heuer hat es wieder geklappt, und die Besucher strömten aus allen Richtungen zur Trommlerhütte. Kirta-Nudeln und Kaffee lockten mit aller Macht, nachdem es ja üblich ist, in einem der Wirtshäuser um den See zum Kirta a Gansl zu verzehren. Mit zwei Knödel, Blaukraut. Davor eine kräftige Hochzeitssupp'n – und dann spaziert man Richtung Vogelherd und kehrt beim Trachtenverein ein.

Denn da ist noch was echt Lustiges in der Scheune versteckt. Von Weitem hört man schon lautes Juchzen: "Siebenmal war ich auf der Hutsch'n", erzählt Oliver in reinstem Hochdeutsch. Er ist in Niederbayern geboren, verbrachte aber viele Jahre in Hamburg und Berlin. Jetzt hat er die bairische Lebensart neu entdeckt. Dass seine Oberschenkel nach soviel Hutsch'n tags drauf auf den Innenseiten dunkelblau waren, "das gehört dazu", und trotzdem, kündigt er an, wird er nächstes Jahr wieder die Gaudi der Altvorderen genießen. "Hutsch'n" sagen viele Kirta-Besucher, "des isch guat."

Auch Rudolf Gilk vom Bayerischen Fernsehen ist ein Fan der rustikalen Balkenschaukel, die an vergangene Zeiten erinnert, als die Mägde und Knechte nach der Ernte am Kirta frei hatten, um zu feiern. Mit seinem Kamera-Team kam er zum Vogelherd hinauf – und mit seinem gelungenen Beitrag (am gleichen Tag in der Abendschau ausgestrahlt) hat er der Diessener Kirta-Hutsch'n ein kleines Denkmal gesetzt.

Für die ganz Kleinen Kirta-Kiachla-Fans hat Jürgen Zirch einen Heuballen-Parcour aufgebaut – und damit voll in die Kinderherzen getroffen. Heuballen-Hupf'n ist für die Jugend das Höchste. Natur erleben, Volkstanzen – und manche der Trachtenzwergerl haben sogar schon bei den Großen mitgeholfen. Eifrig waren sie bei der Sache, haben Geschirr abgeräumt und erste Service-Erfahrungen gesammelt. Denn bei rund 1.000 Gästen, die den Nachmittag über am Vogelherd vorbeischauten, gab es eine Menge zu tun. 750 Kirta-Nudeln, mehr als 50 Torten, bergeweise Brotzeiten … dazu die wunderbare Blasmusik vom Diessener Musikverein. Alles ist dem Feiertag gerecht geworden. "Wir freuen uns sehr", sagt Andreas Huber, der Vorsitzende der Diessener Trachtenler, "dass die Bevölkerung unsere Brauchtumsveranstaltungen mit so großer Freude annimmt." Damit bleiben Traditionen lebendig und die Feste im Jahreslauf erhalten." Text: Beate Bentele | Fotos: Andreas Huber

Unsere Bilder zeigen u. a. auch Rudolf Gilk mit seinem Kamera-Team, Huosigau-Vorsitzenden Sepp Kaindl mit der Ziach und Andreas Huber, den Chef der Diessener Trachtler mit dem Pompardon. Außerdem war eine Abordnung vom Bayerischen Roten Kreuz dabei. Sie begleiteten die Veranstaltungen und hatten vor allem auch ein Auge auf die kleinen Heuhüpfer. Außerdem bedankt sich der Trachtenverein von Herzen für die BRK-Unterstützung in Sachen Zelt-Beheizung.
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