Auch Cowboys stehen auf Krapfen
25. Februar 2017: Kinderball in der Hüttn – Brezen-Schnappen und zertanzte Luftballons

DIESSEN – Kirche und Fasching, sagt der Volksmund, gehören zusammen. In Diessen sind aber auch der Trachtenverein und der Fasching eng verbandelt. Angefangen haben heuer die Trachtenkinder: Sie ließen es kräftig krachen im Vereinsheim am Vogelherd – ein lautstarkes und wildes Fest zwischen Leo und Pard. Eine Hauptrolle spielten natürlich die Prinzessinnen, auch Sheriffs, Indianer und Polizisten standen hoch im Kurs. Die kleine Weißwurst gehörte zu den extra Hinguckern.

Wie es sich für echte Trachtenkinder gehört, lernen sie mit den ersten Schritten auch gleich das tanzen. Polka und Dreher sind da gar kein Problem, deshalb machen sie selbst bei den tollkühnsten Tanzspielen auf ihrem Tanzboden eine gute Figur. Dass man sich auf die Füße tritt ist auch keine Frage, wie sonst wird man Sieger im Ballontanzen, wo es darum geht, sich die angebundenen "Fußfesseln", sprich die Luftballons gegenseitig zu zertreten. Keinen Respekt scheinen die kleinen Närrischen vor der Presse und vor dem gedruckten Wort zu haben: Mit lautem Lachen zertanzten sie die Heimatzeitungen und freuten sich daran, sie mit den Schuhen zu attackieren. Mit seiner flotten Musi sorgte Vereinsmusiker Albert Hinterbichler für Takt und Stimmung.

Klassiker, wie das Brezen-Schnappen mobilisierte den Sportsgeist, immerhin ist es cool, möglichst viele von der langen Leine runterzubeißen, auch beim Aufessen von zahllosen Gummibären aus einer Riesenschüssel beweist man ganz schön Sportsgeist. Seit Generationen haben Jung und Alt immer Riesengaudi mit der Reise nach Jerusalem, in diesem Fasching waren aber auch die jüngeren Spiele der Hit. Da gab es unter anderem einen neuen Umgang mit der Flasche, der den Tastsinn und das Gruppenerlebnis fördert. Lautes Lachen, wohin man schaut bis zu lautem Grölen mit verbundenen Augen, womit sich Vampire von Menschen unterscheiden.

Die tanzlustige Meute legte auch gern ein Päuschen ein, wenn Auftritte angesagt worden sind: Die Lehnert'sche Matrosen-Combo mit Bella, Cosima, Justus und Hannes erhielt viel Applaus für Seefahrerlieder. Die Damen Ying und Yang (Helena Zirch und Anna Schnitzler) hatten Rhythmik mitgebracht und begeisterten mit "Stomp" auf dem Tisch.

Wer keinen Bock auf Wettkampf hatte oder noch zu klein war, hockte sich mit mindestens drei Faschingskrapfen in ein Eck und Ruck-Zuck war alles weg. Schnell musste es gehen, damit auch die Kleinsten von der Rohkost mit Dips noch eine Menge ergatterten. Letztlich wollten noch alle von der Pasta einen Teller voll, fein zubereitet von Waldtraud und Ricarda. Irgendwann kam der Augenblick, wo es ruhiger wurde und der Heimweg lockte. Wer sich die Augen gerieben hat vor lauter Freud und Lachen: Marta Hollunder, älteste Mitglied im Trachtenverein, die sich mit ihren 90 Jahren immer wohlfühlt, wenn sie Kinder um sich hat. Text | Fotos Beate Bentele
 
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