Kaiserjägermarsch für tschechischen Ministerpräsidenten
Am Dienstag, 26. Februar: Spielmannszug verabschiedet Petr Necas

Es musste ruck zuck gehen: Als die Bayerische Staatskanzlei den Diessener Spielmannszug anfragte, ob sie am Ende des Staatsbesuches von Petr Necas am Flughafen aufspielen, waren nur noch ein paar Tage Zeit zum vorbereiten. Der Besuch des tschechischen Ministerpräsidenten ist in den Medien intensiv verfolgt worden, weil die politischen Gespräche mit Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer das deutsch-tschechische Verhältnis ausgleichen sollten. Dies, so ließ die Presseabteilung der Staatskanzlei verlauten, sei gut verlaufen. Deshalb wollte man den Staatsbesuch mit einem musikalischen Schmankerl auf dem Flughafen Oberpfaffenhofen beenden.

Zum Abschied sollte eine Musik auftreten, die eine Beziehung zu Tschechien hat. Nach kurzer Recherche war es in der Staatskanzlei klar:  Die Diessener Trachtler mögen kommen, weil sie eine jahrzehntelange Partnerschaft mit dem südböhmischen Lomnice nad Lužnicí verbindet.

Allerdings war die Geschichte ganz schön aufwändig: Tambourmajor Andreas Huber stellte ein anspruchsvolles musikalisches Programm zusammen, das in der Staatskanzlei aber keine Begeisterungsstürme auslöste – es sei „zu preußisch“, befand der Protokollchef. Erst als Huber klar machte, dass ein Spielmannszug ein spezieller Klangkörper ist, dessen Wurzeln eben in der preußischen Militärmusik liegen und die Instrumentierung darauf ausgerichtet ist, lenkte man ein und gab sich mit dem österreichischen Kaiserjäger zufrieden.

Bürgermeister Herbert Kirsch ist auch mit nach Oberpfaffenhofen gefahren. Auf dem roten Teppich vor der Gangway überreichte er den Ehrenkrug der Marktgemeinde Diessen.  Text: Beate Bentele/Fotos: Gerald Modlinger, Raimund Fellner
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