Ju Heee am See
Am 27. Juli 2013 sind die Kinder gekommen …

DIESSEN – „Wo kommen den die Kinder her, Kinder her …“ Der Schusser Ernst ist Volksmusikwart beim Bezirk Oberbayern. Mit seinen Lieder macht er auf dem Ju Heee-Gelände am Ammerseeufer in Diessen ganz schön Furore. Ein Kind nach dem aAndern springt auf und ruft „aus Polling, aus Peißenberg, aus Windach, aus Herrsching …“. Am Ende weiß man ganz genau, dass beim ersten Ju Heee-Jugend- und Erlebnistag Kinder, Jugendliche und Familien aus dem gesamten Huosigau-Gebiet und den Nachbarregionen in Diessen sind.  

Ein Versuch ist zum Erfolgsrezept geworden: Die drei Jugendleiterinnen des Heimat- und Trachtenverbands Huosigau (Barbara Baab, Barbara Gilg und Julia Schilcher sind für rund 800 Kinder und Jugendliche zuständig) haben das Ju Heee-Projekt in monatelanger Arbeit vorbereitet und realisiert. Das rote Logo „Ju Heee“ steht für „Jugend und Heimat im Huosigau“. Es verfolgt das Ziel, dass Kinder und Jugendliche spielerisch die Heimat erleben, erfahren, erforschen und erhalten.

Das Ju Heee fand im Zeichen der Husoigau-Standartenweihe einen ganzen Tag lang auf dem Festplatz in Diessen und entlang des Ammersee-Ufers statt. 21 Stationen, die alle im Ju Heee-Wissenskatalog aufgelistet waren, absolvierten die Kinder. Wilma und Muck, zwei Erzähler erzählten für die Kleinsten Ammerseelegenden. Spannendes und Witziges, auf jeden Fall in bairischer Sprache. Warum hat der Elefant fünf Beine? Hat er doch gar nicht! Je nachdem wie man das Tier anschaute, stand es mal auf vier und mal auf fünf Beinen. Optische Täuschung, na klar! Beim Sinnesparcours wurde die Heimat mit allen fünf Sinnen erlebbar. Zum riechen zum Beispiel mit den faszinierenden Duftkarten von Schubert international aus Utting  (Hauptsponsor des Ju Heee). Da wurden Düfte erraten wie Heu und Wiesenblumen. Die Kinder schärften aber auch das Sehen, Hören, Schmecken und das Fühlen.

Historische Spiele, wildes Kräftemessen beim Tauziehen, naturnahes Erleben mit Bienen, Vögeln und dem Naturschutz am Ammersee. Aber auch Brauchtum kam nicht zu kurz: Wer Lust auf Goaßlschnalzen hatte, probierte es aus. Die Mädchen standen den ganzen Tag Schlange beim „Aufzopfn“. Stolz betrachteten sie sich im Spiegel mit ihren zauberhaften Flechtfrisuren, dekoriert mit handgefertigten Perlennadeln. Die gnadenlose Sommerhitze führte dazu, dass beim Cocktail-Stand und beim Bauernhof-Eis bald alles ausverkauft war – aber dann gings ins Festzelt zum bairisch Tanzen. Ju Heee, sind die Kinder einig, „das muss wieder stattfinden. Bald. Irgendwo im Huosigau. Text: Beate Bentele | Fotos: Dieter Spindler und bb
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