Bist a do?
Samstag, 19. September 2015: Saitenschinder Hoagartn beim Unterbräu

DIESSEN – „Sche langsam fang ma o mitanand ... Aber nur nix überhudln, es geht sche langsam a!" Eh man sich versah, hat der ganze Unterbräu-Saal buchstäblich gesungen: Beim diesjährigen Saitenschinder-Hoagartn in Diessen ging es gleich richtig zur Sache: Vier Musiken begeisterten mit bairischen Klangwelten, mit Märschen und Polkas, Couplets, Jodler und Sexy Volksliedern, mit herzerfrischender Lautstärke und gediegener Zurückhaltung. Bis Mitternacht unterhielten die Musikanten ihr Publikum, das sich vom Saitenschinder-Chef Magnus Kaindl und seinen musikalischen Gästen mitreißen ließ.

Magnus Kaindl präsentierte diesmal den Männerviergsang und die Ziach-Musik sowie Sepp Kaindl auch als Solist – alle vom Diessener Trachtenverein. Mit dabei das Gvodaleit-Duo aus dem Aichacher Land. Als Gast mit dem Akkordeon spielte Michael Bauer, Schulleiter der Diessener Carl Orff Schule auf.

Dass kraftvoll mitgesungen werden darf, war dem Publikum schnell klar. Entsprechend einsatzfreudig begleitete es das Programm und wirkte mit, wo immer ein Refrain besonders ins Ohr ging. Eingangs eher getragen, stellte der Männerviergsang das Fischerlied "Mir fahrn mit da Zilln übern See" vor. Das Lied komponierte und textete der Volksmusikmitarbeiter beim Reichssender München, Josef Schweiger (1888 – 1955) buchstäblich über Nacht, weil es in den 1940er Jahren für eine Rundfunksendung über die Fischer und das Fischereiwesen gebraucht wurde.

Neues von d' Saitenschinder war unter anderem der Landler in D, dessen Ursprung ins 18. Jahrhundert reicht und für den Manfred Helmer wieder einmal seine Kontragitarre ausgepackt hatte. Die Ziach Musi begeisterte mit Boarische, Landler, Polka und Walzerklängen.

Frech und schmissig ging es mit dem Gvodaleit-Duo, Michi Huber und Kurt Widmann weiter. Die Zwei spielen seit 26 Jahren zusammen. Ihre Gstanzl und frechen Lieder begeisterten bisher in zahllosen Wirtshäusern, aber auch zwischen dem Maximilianeum in München und der Bundeshauptstadt die Politiker. Sie arbeiten mit Theatergruppen zusammen, laden zu eigenen Hoagartn ein und haben kaum einen Termin frei. Sie sorgten für die Lachnummern mit ihren Liedern (Bist a do, Das ist alles eins, ob ich Geld hab oder keins), hingegen Magnus Kaindl mit seinen Sexy Volksliedern für Heiterkeit garantierte. Da quakte der "Frosch und die Fröschin geborn aus Kösching" und der Wirtshausschlager "Samma unser zwo" ermüdete trotz seiner zehn Strophen gar nicht. Der Hit war wohl "D' kropfate Pinzgerin" mit ihrem wildem Wortspiel am Ende: "Aba hurax dax, packs bei da Hax, packs bei der Zeh, schmeiß auf d' Höh, Schmalz in der Buttn, Loahm in der Grubn, furt auf d' Nacht, hoam in da Fruah, lustig san die Hoizhackerbuam, Schwiegermuatta heb an Arsch auf d' Höh, holla riadei holla reidei hollaro." Text: Beate Bentele | Fotos: Beate Bentele und Anja Bach
[zurück zur Übersicht]
IMPRESSUM