Gut drauf beim Bayerischen Löwen im Löwenbräukeller
Sonntag, 29. Oktober 2017: Erfolg von der Jugend bis zur Ehrenklasse

München | Diessen – Sonntagmorgen. Die Rundfunksender warnen vor extremen Sturmböen. Die S-Bahnen kündigen Verspätungen an. Dennoch sind über 1.200 Trachtler aus acht bayerischen Trachtengauen im "alten" München eingetroffen, um sich im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz im Schuhplatteln zu messen. Die einen wollen sich am Abend einen bayerischen Löwen ans Gwand stecken, die anderen sind die Fans, für die es ehrende Pflicht und Freude ist, den größten Schuhplattler-Wettbewerb im Land zu begleiten. Eine starke Gruppe vom Heimat- und Trachtenverein d' Ammertaler Diesssen-St. Georgen tanzte in allen Klassen ganz vorne, was bei 230 Einzelstartern und 31 Gruppen eine hochsportliche Leistung ist, die einmal mehr beweist, wie eng die "Schnittstelle Heimat" am Ammersee getaktet ist.

Seit 2002 gilt der Bayerische Löwe als "Champions League" im Schuhplatteln und Deandldrahn. Die Besten der Besten aus den Bayerischen Trachtengauen, welche die traditionelle Form des Schuhplattlers im Landler-Rhythmus als tänzerischen Aufgabenschwerpunkt pflegen, treten gegeneinander an. Nicht nur das Platteln der Burschen, sondern auch das Drehen der Deandl und das Zusammenfinden zum gemeinsamen Rundtanz haben die Preisrichter im Fokus.

Seit 2002 gilt der Bayerische Löwe als "Champions League" im Schuhplatteln und Deandldrahn. Die Besten der Besten aus den Bayerischen Trachtengauen, welche die traditionelle Form des Schuhplattlers im Landler-Rhythmus als tänzerischen Aufgabenschwerpunkt pflegen, treten gegeneinander an. Nicht nur das Platteln der Burschen, sondern auch das Drehen der Deandl und das Zusammenfinden zum gemeinsamen Rundtanz haben die Preisrichter im Fokus.

Zum 16. Mal begeistert sich heuer die Trachtenbewegung und motiviert die Vereine, das ganze Jahr über, ihre Tanzleistungen durch viel Probenarbeit zu steigern. Über die begehrte Trophäe, den Wanderpokal aus Nymphenburger Porzellan, hat sich heuer erneut die Jugendgruppe vom Trachtenverein Almfrieden aus Steingaden gefreut. Der Trachtenverein Hochleite aus Pullach erkämpfte sich erstmals den Bayerischen Löwen der Aktiven (Erwachsenen).

Die Platzierungen:

Die Diessener Trachtler platzierten sich im leistungsstarken Gruppenwettbewerb mit jeweils vier Tanzpaaren auf Rang fünf und sieben. Im vergangenen Jahr plattelten sich die Diessener Gruppen auf Rang drei und vier – damals waren nur 12 Gruppen am Start, heuer 16 Gruppen.
Strahlende Gesichter bei den jungen Einzelteilnehmern der Diessener Abordnung, die – als nach zehn Stunden, gegen 18 Uhr, die Sieger auf die Bühne gerufen wurden – für gute Platzierungen bejubelt worden sind. Vor allem die Jüngsten sahnten fein ab:
Gegen die große Konkurrenz von 23 Mitbewerberinnen erkämpfte sich in der Altersklasse Deandl 10 bis 13 Jahre Isabella Lehnert den vierten Platz. Bei den Buam in der Altersklasse 10 bis 13 Jahre freute sich Pascal Goldnast von 19 Teilnehmern ebenfalls über den vierten Platz.
In der Ergebnisliste der Deandl Aktiv 1 steht Maria Eichberg auf Platz fünf, bei den Burschen kam Stefan Scheidl auf den respektablen Platz 19.
Applaus für die Buam Aktiv 2: Seit Jahren erfolgreich beim Löwen belegen auch heuer wieder die vorderen Ränge Diessens Vorsitzender Magnus Kaindl mit Platz sechs und Huosigau-Vorsitzender Florian Vief mit Platz sieben. Bei den Deandl ist Claudia Huber wegen einem tänzerischen Regelverstoß ausgeschieden.
In der Ehrenklasse Buam (ab 60 Jahre) bebt der Löwenbräu-Festsaal vor Beifall: Seinen 15. Bayerischen Löwen nimmt Sepp Kaindl für Platz zwei entgegen und hält damit seinen Status vom vergangenen Jahr beim Bayerischen Löwen in Steingaden.

Ein Bierpalast

Der Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz hat sich als großartiger Veranstaltungsort bewährt. Auf die Frage eines Taxifahrers, wo denn der Bayerische Löwe stattfindet, antworteten junge Trachtlerinnen vor dem Haupteingang: "Wir sind in allen Sälen." Im Festsaal mit 1.000 Sitzplätzen befand sich die Hauptbühne, in kleineren Sälen plattelten die Kinder und Jugendlichen. Die Galerie mit den berühmten Glasfenstern, die die Geschichte der legendären Schänke in Mosaiken darstellen, war beliebter Ort für alle, die den Gesamteindruck des Trachtenaufmarsches erleben wollten.

Der Löwenbräukeller an der Ecke Nymphenburger Straße und Dachauer Straße steht federführend für die Entwicklung der Stadt München. Vergleichbar mit dem Café Luitpold, das 1888 eröffnete, ist der "Prachtbau und Bierpalast" an der Grenze zu Neuhausen und der Maxvorstandt zwischen 1882 und 1883 nach den Plänen von Albert Schmidt errichtet und am 14. Juni 1883 feierlich eröffnet worden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 413.311,11 Mark. Bereits 1893 und 1894 wurde der Löwenbräukeller ebenfalls nach Plänen von Albert Schmidt umgebaut und erweitert. Schmidt arbeitete mit Friedrich von Thiersch zusammen, der Fassade und Turm entworfen hat. Text | Fotos: Beate Bentele
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